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Einsatzbericht - BHP2 Loveparade 2010 in Duisburg
Geschrieben von: Christian Kloppenburg / Derek Weinberg   
Montag, den 16. August 2010 um 15:05 Uhr
lopa_bhp2_1Zum Anlass der diesjährigen Loveparade am 24.07.2010 in Duisburg wurden wir durch unsere Sonderaufgabe, die Logistik des Behandlungsplatzes 2 (BHP2) sicherzustellen, welcher bei einem Massenanfall von Verletzten (ManV) oder bei Großveranstaltungen zum Einsatz kommt, in den Bereitstellungsraum Duisburg entsandt.

Am 24.07. trafen wir uns um 8:00 Uhr am Gerätehaus. Unser Einsatzspektrum bestand aus 11 Kameraden, unserem LF16TS, sowie einem Mannschaftswagen und schließlich ein Wechseladerfahrzeug inkl. BHP2-Container. Nach Verlasten unserer vollständigen Ausrüstung fuhren wir gegen 8:30 in Richtung Sammelpunkt an der Universitätsstraße in Dortmund. Nachdem wir uns am Sammelpunkt in die richtige Abmarschfolge einordneten, ging es im geschlossenen Verband mit ASB, Malteser und Rotem Kreuz im ersten Marsch nach Duisburg in den Bereitstellungsraum.

Der Bereitstellungsraum in Duisburg befand sich auf dem Duisburger Unigelände und war ca. 3 km von der eigentlichen Veranstaltungsfläche entfernt. Die Verpflegung aller Einsatzkräfte erfolgte über die Uni-Mensa.

lops_bhp2_2Nachdem wir erste Informationen von chaotischen Zuständen auf dem Veranstaltungsgelände erhielten, wurden wir kurz vor 17 Uhr von der Duisburger Einsatzleitung aufgefordert, die Einsatzbereitschaft herzustellen. Wir versammelten uns mit dem LZ 17 vor den Fahrzeugen und besprachen grob die Situation. Eine Anspannung aller beteiligten Personen war spürbar. Die nun erwartete Alarmierung traf kurz nach 17 Uhr ein. Der Aufbau des Behandlungsplatzes sollte auf der zum Veranstaltungsgelände parallel verlaufenden gesperrten A59 erfolgen. Die Anfahrt wurde durch die katastrophalen Zustände vor Ort stark erschwert. Dies verlangte vollste Konzentration unserer Fahrer.

Am vorgesehenen Aufbaupunkt angelangt konnten wir den vollständigen Aufbau der Infrastruktur des Behandlungsplatzes 2 in nur 36 Minuten dank einer guten Teamleistung vermelden.

Die Informationen über das mittlerweile allgegenwärtig bekannte Unglück wurden nach und nach deutlicher. Eine Stress-Situation, welche zusätzlich durch das ununterbrochene „Gedröhne“ der Veranstaltungsmusik verstärkt wurde. Ein Transport der Verletzten vom Eingangsbereich zu unserem Behandlungsplatz war durch die Menschenmassen nicht möglich. Daher nahmen wir den Regelbetrieb des überlaufenen Behandlungsplatzes vom Veranstaltungsgelände auf.

Gegen Mitternacht wurde die Veranstaltung beendet und die Gäste über die A59 vom Gelände herunter geleitet. Nachdem der Menschenstrom abnahm, versammelten sich gegen 01:00 Uhr die beteiligten Einsatzkräfte unseres Marsches. Ein gegenseitiger Dank zwischen den  jeweiligen Einsatzorganisationen wurde für die gute Zusammenarbeit ausgesprochen. Im geschlossenen Verband traten wir die Rückkehr nach Dortmund an. Die Fahrt durch den Stadtkern war ebenfalls sehr problematisch, da immer noch Ausnahmezustand herrschte.
Wir verließen vorzeitig den Verband um den BHP2 an seinem ursprünglichen Standort der Feuerwache 2 (Lindenhorst) zu deponieren. Gegen 03:00 Uhr erreichten wir wieder „abgekämpft“ aber wohlauf das Gerätehaus in Bodelschwingh.

Die letzte Loveparade im Jahre 2010 wurde von insgesamt 21 Todesopfern und mehrere hunderte Verletzte, teils Schwerverletzte überschattet.

Auch uns werden die Ereignisse dieses Unglücks lange in Erinnerung bleiben.